Angst vor der Narkose? Die häufigsten Fragen — ehrlich beantwortet

Dr. Maurizio Betti
Ärztlicher Direktor · Facharzt für Anästhesiologie

Das Wichtigste in Kürze
- Angst vor der Narkose ist völlig normal — sprechen Sie sie offen an. Wir nehmen sie ernst und nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.
- Eine moderne Narkose ist sehr sicher und wird durchgehend überwacht; ein ungewolltes Aufwachen während der Operation ist äusserst selten.
- Schmerzen und Übelkeit beugen wir gezielt vor — mit ausreichend Schmerzmitteln, örtlicher Betäubung und Medikamenten gegen Übelkeit.
- Sie behalten jederzeit die Kontrolle: Es ist immer jemand für Sie da, den Sie ansprechen können — und wir haben für alles einen Plan A und einen Plan B.
- Es muss nicht immer eine Vollnarkose sein: Bei manchen Eingriffen ist ein sanfter Dämmerschlaf möglich — die Vollnarkose bleibt dann als Reserve bereit.
Vor einer Operation Angst vor der Narkose zu haben, ist völlig normal — den allermeisten Menschen geht es so. Oft macht die Vorstellung, die Kontrolle abzugeben und einzuschlafen, mehr zu schaffen als der Eingriff selbst. Genau deshalb nehmen wir diese Sorgen ernst und beantworten hier die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden — ehrlich und ohne Fachchinesisch.
Werde ich wieder aufwachen?
Ja — das ist die Frage, die fast alle beschäftigt, und die Antwort ist beruhigend: Eine moderne Narkose ist heute sehr sicher. Während des gesamten Eingriffs überwacht eine Anästhesistin oder ein Anästhesist Ihre Atmung, Ihren Kreislauf und Ihre Narkosetiefe und steuert sie genau. Bei einem geplanten Eingriff mit sorgfältiger Vorbereitung sind schwere Zwischenfälle äusserst selten. Sie schlafen ruhig ein und wachen nach dem Eingriff wieder auf — wir sind die ganze Zeit an Ihrer Seite.
Kann ich während der Operation etwas mitbekommen?
Auch das ist eine sehr häufige Sorge — und sie lässt sich gut beruhigen. Ein ungewolltes Wachwerden während der Operation ist äusserst selten. Eine Anästhesistin oder ein Anästhesist ist ununterbrochen bei Ihnen, kontrolliert fortlaufend Ihre Messwerte und passt die Menge der Narkosemittel in Echtzeit an Ihren Bedarf an. So bleibt die Narkose über die ganze Operation hinweg ausreichend tief — Sie bekommen vom Eingriff nichts mit und behalten keine Erinnerung daran.
Werde ich danach Schmerzen haben?
Unser Ziel ist, dass Sie möglichst schmerzfrei aufwachen. Sie erhalten dafür ausreichend Schmerzmittel, und unsere Operateurinnen und Operateure betäuben das Operationsgebiet zusätzlich oft mit einem örtlichen Betäubungsmittel. So spüren die meisten direkt nach dem Eingriff nur wenig bis gar keinen Schmerz. Und falls doch etwas wehtut: Sagen Sie es uns — wir passen die Behandlung jederzeit an.
Wird mir übel?
Übelkeit und Erbrechen nach einer Narkose lassen sich heute gut vorbeugen. Wir geben Ihnen während des Eingriffs in der Regel zwei verschiedene Medikamente dagegen — das wirkt bei den meisten sehr zuverlässig. Sollte Ihnen trotzdem unwohl sein, haben wir weitere Mittel in Reserve und jemand ist sofort für Sie da.
Muss es immer eine Vollnarkose sein?
Nicht in jedem Fall. Bei manchen Eingriffen können wir auf die tiefe Vollnarkose verzichten und stattdessen einen sogenannten Dämmerschlaf wählen — eine sanftere Form der Narkose, bei der Sie selbstständig atmen und nur leicht schlafen. Was für Ihren Eingriff möglich und sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam in Ruhe im Narkosegespräch.
Und damit Sie ganz beruhigt sein können: Die Vollnarkose bleibt dabei immer als Reserve bereit — sollte der Dämmerschlaf während des Eingriffs einmal nicht ausreichen, wechseln wir jederzeit sicher in eine tiefere Narkose.
Das Wichtigste: Sie behalten die Kontrolle
Was uns besonders am Herzen liegt: Sie sind zu keinem Zeitpunkt allein. Vor, während und nach dem Eingriff ist immer jemand für Sie da, den Sie einfach ansprechen können. Sobald sich etwas unangenehm anfühlt — Schmerz, Übelkeit oder einfach Unsicherheit —, sagen Sie es uns, und wir kümmern uns sofort darum.
Und für alles, was einmal nicht nach Plan läuft, haben wir bewusst immer einen Plan A und einen Plan B in der Hinterhand. Sie geben die Kontrolle also nicht ab — Sie teilen sie mit einem Team, das auf Sie aufpasst.
«Sie geben die Kontrolle nicht ab — Sie teilen sie mit einem Team, das die ganze Zeit auf Sie aufpasst.»
— Dr. Maurizio Betti
Was gegen die Angst hilft
Der wirksamste Schritt gegen die Angst ist, sie auszusprechen. Im persönlichen Narkosegespräch nehmen wir uns Zeit, erklären Ihnen jeden Schritt und beantworten alle Ihre Fragen, bis Sie sich sicher fühlen — keine Sorge ist zu klein.
Brauche ich ein Beruhigungsmittel?
Diese Frage stellen uns viele — und die Antwort ist: Ja, wenn Sie möchten, bekommen Sie jederzeit etwas zur Beruhigung. In der Regel versuchen wir aber bewusst, darauf zu verzichten, denn ohne Beruhigungsmittel wachen Sie meist klarer auf und fühlen sich nach dem Eingriff schneller wieder wohl.
Das Spannende dabei: Viele sind vorher überzeugt, sie bräuchten unbedingt eine Tablette. Am Operationstag selbst sind wir aber von Ihrem ersten Schritt an bei Ihnen — und oft nimmt schon das ruhige Gespräch der Angst so viel, dass es die Tablette gar nicht mehr braucht. Möchten Sie sie trotzdem, sagen Sie jederzeit einfach Bescheid.
Wie wir hinter den Kulissen für Ihre Sicherheit sorgen — von der papierlosen Vorbereitung bis zur WHO-Checkliste im Operationssaal — lesen Sie in unserem Beitrag Mehr als der Schlaf: was Anästhesie wirklich für Ihre Sicherheit bedeutet.
Sprechen Sie mit uns
Sie haben weitere Fragen oder möchten vor einem Eingriff in Ruhe über die Narkose sprechen? Unsere Ärztinnen und Ärzte nehmen sich Zeit für Sie — vom ersten Gespräch bis zur Entlassung.
Interesse an einem persönlichen Beratungsgespräch?
Unsere Fachärzte nehmen sich Zeit für Ihre Fragen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.


